Wuhan / Bambusgarten

Wuhan / Bambusgarten

Symbole der chinesischen und französischen Kultur werden bei diesem Projekt eines in den Boden versenkten Gartens miteinander verbunden. Es entsteht ein Raum, der Sinne und Emotionen anregt und gleichzeitig eine intellektuelle und kulturelle Erfahrung beider Kulturen ermöglicht.

Um die Suche nach reinem Wasser symbolisch darzustellen, wurde der mittlere Teil des Gartens um drei bis vier Meter in den Boden versenkt. Die mit grauen Ziegeln durchsetzten Gabionenwände stehen dabei für geologische Schichten. Das Aushöhlen und Hineingehen in den Boden erzeugt eine starke Vertikalität. Diese Vertikalität spiegelt sich auch in der Beziehung zwischen Erde und Himmel, oben und unten, wieder, da der Himmel von unten wie eingerahmt wirkt. Der geschlossene, ruhige Garten, der weit weg von den Hintergrundgeräuschen der Stadt an traditionelle chinesische Gartenhöfe erinnert, schafft zudem ein in den trockenen Sommern von Wuhan sehr angenehmes Mikroklima.
Zwischen den lichtdurchlässigen Wänden aus Bambus sowie den dichten Bambuspflanzungen entstehen von Schatten durchzogene, aber dennoch lichte Orte. Wege mit Trittsteinen aus Metall und Steinen schlängeln sich hier und laden zur Entdeckung der Langsamkeit ein.
Drei unterschiedliche „Lichtbrunnen“ inszenieren Wasser in statischer und dynamischer Form.

Das sanfte Licht, die dichten Bambuspflanzen und das Wasser verdichten sich an diesem Ort zu einer ganz besonderen Atmosphäre.

KARLSRUHE / Schlossplatz

KARLSRUHE / Schlossplatz

Stadträumlich bildet der Schlossplatz Karlsruhe den Auftakt einer durch Friedrich Weinbrenner im 19. Jahrhundert entworfenen linearen Platzfolge vom Schloss nach Süden in die Stadt hinein, der Via triumphalis. Das neue Mittelparterre wird durch ein schlüssiges Konzept Teil dieses Ensembles.

Die historischen Lengelacher Skulpturen werden neu positioniert und gliedern dadurch das Mittelparterre. In den Achsen zweier sich gegenüberstehender Skulpturen entstehen Fugen, die die Fläche des Parterres rhythmisieren. Schmale Wasserbänder in den Fugen lenken den Blick und inszenieren die Figuren, die sich in dem Wasserfilm spiegeln. Entlang der Hauptachse erhält das Parterre wieder eine blühende Bepflanzung in einer zeitgemäßen Interpretation der historisch sehr farbigen Anlage.

Das Gesamtensemble hat durch seine Umgestaltung deutlich an Attraktivität gewonnen. Die städtebauliche Anbindung an die Innenstadt schafft eine übergreifende Kontinuität. Die Rasenflächen sind nun begehbar, die Wasserlinien laden insbesondere Kinder zum Spielen ein. Die Rahmung des Karl-Friedrich-Denkmals durch einen Brunnen schafft eine zusätzliche Aufenthaltsqualität. Als neue öffentliche Mitte wird der Ort zu dem zentralen Freiraum in Karlsruhe.

LUXEMBURG / Parc Belval Süd

LUXEMBURG / Parc Belval Süd

 

Der Park Belval Süd liegt an zentraler Stelle im Entwicklungsgebiet Belval, einem ehemaligen Standort der Stahlindustrie und verbindet die zukünftigen Quartiere von Belval. Zusammen mit der Landschafts- und Wassertreppe und dem Plateau St. Esprit entsteht ein weitläufiges Freiraumsystem, das unterschiedliche Nutzungen erlaubt und somit auf die verschiedenen Bedürfnisse der Anwohner reagiert. Basis des Konzepts ist die Überlagerung der anthropomorphen, historischen Gestalt und einer klaren, räumlichen Neuordnung und Ergänzung zu einem hochwertigen Stadtpark. Dabei erfordert die vorgefundene geologische Situation ein neues Konzept für die Entwässerung der Fläche. Das „Sichtbar Machen“ des Regenwassers rückt dessen Bedeutung ins Bewusstsein der Parkbesucher. Die Topographie als wesentliches Landschaftselement wird inszeniert indem Blickbeziehungen zwischen oben und unten, Grün und Stadt, Nähe und Distanz geschaffen werden. Der Park selbst gliedert sich in verschiedene Gärten, die alle über Alleen, Baumreihen und Wege miteinander verbunden sind, sich aber dennoch durch unterschiedliche Inhalte definieren und ihre Eigenständigkeit bewahren.

NANTES / Zwischen den Ufern

NANTES / Zwischen den Ufern

Zwischen den Ufern ist eine zukunftsorientierte urbane Strategie, die von einem Anstieg des Wasserpegels der Loire ausgeht und mit Pilotprojekten an sechs repräsentativen Standorten die Vielfalt der Landschaften um Nantes aufzeigt.

Die dabei vorgeschlagene Vernetzung stützt sich auf die Geografie und die Geschichte der Region. Die Landschaft hier ist stark vom Wasser in allen seinen Formen geprägt. Ständige Bewegung, Brücken und Querungsmöglichkeiten sowie Landmarken zeugen von seiner Präsenz. Als echte Schnittstellen sind die Uferkanten besonderer Räume, die in ihrer ganzen Vielfalt im Fokus des Projekts stehen.

Der sich ständig weiter entwickelnde Ideenkatalog zeigt als Einstieg kurzfristige Maßnahmen auf, die die Uferkanten in den Mittelpunkt rücken. Langfristig soll daraus eine neue urbane Dynamik entstehen.

RENNES / flussaufwärts im Tal der Vilaine

RENNES  / flussaufwärts im Tal der Vilaine

Unsere Betrachtung umfasst das gesamte Talgebiet: 25 km Ufer auf beiden Seiten des Flusses. Das stark fragmentierte Tal, das sich heute vom Fluss abkehrt, ist ein wichtiger Bedeutungsträger und hat das Potential, eine gemeinsame Identität für das gesamte Gebiet zu schaffen. Deshalb schlagen wir vor, die Vilaine wieder enger mit der sie umgebenden Landschaft zu verbinden.
Der Parc de la Vilaine soll das Gebiet neu strukturieren und die vorhandenen Elemente enger miteinander verknüpfen. Dazu werden insbesondere die Flussufer direkter miteinander vernetzt. Die Besonderheit dieses Parks ist die Verbindung eines vielfältigen und qualitätvollen Lebensraumes mit einer Vielzahl an Aktivitäten. Nähe und Lebensqualität zeichnen ihn aus. Wir schlagen vor, den Park entlang von zwei kraftvollen Entwicklungsachsen zu organisieren, die die Annehmlichkeiten dieser Region hervorheben.

BORDEAUX / 55 000 ha für die Natur

BORDEAUX / 55 000 ha für die Natur

Die Zunahme von Kommunalverbänden und die Dezentralisierung öffentlicher Einrichtungen in städtische Randbereiche hatte eine zunehmende Verstädterung zur Folge, die wiederum kaum definierte Schnittstellen zwischen Stadt und „Nicht-mehr-Stadt“ mit sich brachte. Die Ränder von Siedlungen und Städten sind in der Regel Räume, die sich ständig verändern und Orte, an denen sich städtisches Wachstum rasant entwickelt. Für die Bewohner entsteht durch die schnelle Veränderung häufig das Gefühl, ihr Lebensraum werde zerstört: Sie werden durch den Verlust von Bezugspunkten destabilisiert. Doch diese Bereiche sind gleichzeitig Orte, an denen sich die Natur zeigt, sich durch ihre Ränder und Horizonte zur Schau stellt.

Aus der Vielfalt der natürlichen Elemente im Kommunalverband Bordeaux ergeben sich viele solcher Schnittstellen. Diese Räume erzeugen Randbereiche, die man auch als „Kanten“ definieren kann und die sich in Abhängigkeit von den natürlichen und städtischen Elementen bilden, aus denen sie sich zusammensetzen. Sie bilden keine Linie, sondern eine Schicht, vergleichbar mit den Saumbiotopen zwischen zwei Ökosystemen. Zudem sind sie nicht homogen und können, je nachdem, wo sie sich befinden die unterschiedlichsten Formen annehmen. Sie bilden das lebendige Gerüst des Kommunalverbands Bordeaux

Wir unterscheiden vier wesentliche Arten von „Kanten“: den Waldsaum, die Wasserkante, die Ränder landwirtschaftlicher Flächen, Ränder von Parks und Infrastruktur. Die Kanten sind das Konzentrat der Herausforderungen von morgen. Sie sind insbesonder interessant für städtebauliche Projekte , die innovatives städtebauliches Denken in Verbindung mit der Natur fördern.

SOISSONS / Die Ufer der Aisne

SOISSONS / Die Ufer der Aisne

Vor der Beauftragung von Agence Ter führte das Untersuchungsgebiet ein Schattendasein. Der Fluss Aisne wirkte wie der Hinterhof der Stadt, die ihrerseits nur wenig Bezug zum Wasser hatte. Der Uferbereich im Stadtzentrum war ungepflegt und bestand im Wesentlichen aus Rasenflächen ohne große Biodiversität. Auch durchgängige Fußgängerwege am rechten Flussufer fehlten .

Mit folgende Maßnahmen soll Soissons wieder attraktiv gemachen werden:

– Fluss und Stadt miteinander verknüfen und in Einklang bringen

-historische Bezüge wiederherstellen

-Natur in die Stadt bringen

Die Gestaltung sieht dabei drei große geografische Abschnitte vor, die sich gegenseitig ergänzen: im Norden der „Erholungsraum Aisne“, „das städtische Wohnzimmer“ im Herzen der Altstadt und schließlich die Ökosiedlung „Wohnen an der Aisne“.

UCKANGE/Landschaftspark Hochofen U4

Landschaftspark Hochofen U4

Zwischen Metz und Luxemburg, im Zentrum einer von Schwerindustrie und dem Abbau von Bodenschätzen geprägten Region, liegt der Hochofen U4 von Uckange, der Ende der 90er Jahre stillgelegt wurde. Heute überragt er eine 14 ha große, weitläufige Industriebrache mit vereinzelten Nebengebäuden.
Um neue Zukunftsperspektiven für den Standort zu entwickeln, will die staatliche französische Entwicklungsgesellschaft EPFL die Flächen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ziel ist eine vollständige Umwidmung des Standorts durch die Ansiedlung neuer Einrichtungen und Funktionen. Bereits bestehende Projekte wie der 2006 realisierte „Garten der Spuren“, die Ausstellungen des Vereins Mecilor oder auch die Lichtinstallation „Tous les soleils“ werden somit fortgeschrieben.

Der von Agence Ter entwickelte Raumleitplan sieht eine Parzellierung des gesamten Parks in 7x35m große Einheiten vor, die die künftigen Nutzungen aufnehmen sollen und zwar ungeachtet der Art der späteren Nutzung (Bebauung, Parkplätze, Gärten, die durch ihre Bepflanzung zur Boden-und Grundwassersanierung beitragen, spätere Bauflächen, etc).
Die durch 500 Grenzsteine markierten Parzellen werden von einem „Traverse“ genannten, zentralen Erschließungsweg durchquert. Er ist das Rückgrat des gesamten Gebiets: An ihm entlang werden sowohl die noch bestehenden industriellen Relikte in Szene gesetzt (Erhalt alter Fassaden und Schienen, Nutzung vorhandener Materialien) als auch das Potential eines Standortes aufgezeigt, dessen zukünftige Nutzung zum heutigen Zeitpunkt nur bedingt voraussehbar ist und deshalb flexibel auf eine ständige Weiterentwicklung reagieren können muss.

BARCELONA / Plaça de les Glories „CANOPIA URBANA“

BARCELONA/ PLAÇA DE LES GLORIES

Das Projekt Canopia Urbana schafft ein neues städtisches Ökosystem, einen Hybrid aus Stadt und Natur. Dabei werden synergetische Beziehungen zwischen Untergrund, städtischem Boden und oberirdischen Stadtschichten weiterentwickelt und ein Stadtraum vorgeschlagen, bei dem sich Funktionen von Stadt und Park mischen. Vier Hauptthemen setzen diese Strategie um:
1- Schaffen einer durchgehenden Bodenfläche, die sich ohne Brüche bis in die angrenzenden Quartiere fortsetzt und sich wie eine eingeschobene, horizontale Plattform aufspannt, die eine maximaler Vielseitigkeit zulässt.
2- Wiederherstellen des natürlichen Austausches zwischen Himmel und Erde durch Entmineralisierung und Fruchtbarmachung der Oberfläche. Dies ist die Grundvoraussetzung für das Entstehen eines biologisch vielfältigen Orts, der als regulative Kraft auch klimatisch zu wirken kann.
3- Das grüne Laubdach, das die gebauten Volumen des angrenzenden Stadtteils Cerdà aufnimmt und als ökologische und städtische Verbindung dient.
4-Einführung von Knotenpunkten, die den Stadtraum akzentuieren, die Biodiversität verstärken und fördern, die Verbindung zum Laubdach begünstigen oder spezifische Nutzungen beinhalten.

BERLIN / Campus Hertzallee

BERLIN / Campus Hertzallee

Um die Verwebung von Stadt und Universität zu stärken wird ein kohärentes Zusammenspiel zwischen Allee- und Campusidee der Technischen Universität (TU) und der Universität der Künste Berlin (UdK) hergestellt. Ein baumgesäumter ‚Campus Walk‘ mit neuen Ausstattungselementen und Funktionen fungiert als lineare Begegnungs- und Aufenthaltszone, der die Einrichtungen der bestehenden und neuen Campusbereiche verbindet. Im Wechsel lagern sich an die Hauptachse Belagsbänder an, die die vielfältigen Ausstattungsansprüche des Campus integrieren. Das zentrale Campus-Grün ist eine dicht mit Bäumen bestandene Grünfläche, die Aufenthalts-, Lern- und Rückzugsbereiche auf dem Campus bietet und eine wertvolle Basisebene für alle neuen Plätze und Wegeverbindungen bildet. Klare, sich kreuzende lineare Wegeverbindungen vernetzen die Universitäten untereinander, wobei die Verbindung zwischen Hauptgebäude und Mensa eine deutliche Akzentuierung in Dimension und Ausrichtung erfährt. Vier Platzbereiche, die in direkter Verbindung mit bestehenden Stadträumen stehen, bieten entlang der Hertzallee Vernetzungs-, Aufenthalts- oder Repräsentationsqualitäten.