Shanghai / Park im ehemaligen Zementwerk

Shanghai, Place de la Cimenterie

Der auf dem Gelände einer alten Zementfabrik entstandene Parc de la Cimenterie ist Teil einer umfangreichen Umstrukturierungsmaßnahme, die die ehemalig industriell genutzten Uferbereiche von Pudong für die Öffentlichkeit zugänglich macht. Er lagert sich auf einer Länge von 22 km als neue Schicht ans Ufer des Huangpu, wodurch eine Kontinuität aus Plätzen, Parks und Sportanlagen entsteht, die sich zum Fluss hin öffnen.

Zwischen einem Erschließungsboulevard und dem Ufer wurde ein großer linearer Wall aufgeschüttet, der auf der einen Seite sanft zum Wasser hin abfällt und auf der anderen dicht mit Bäumen bepflanzt ist. Dieser künstliche Hügel lädt die Besucher ein, den Fluss und die gegenüberliegende Seite aus einem neuen Blickwinkel zu entdecken. An seinem höchsten Punkt fällt er wie eine Klippe steil ab. Hier befinden sich öffentliche Einrichtungen und Restaurants, die sich in den Wall schieben und die Promenade auf dieser Seite bespielen und beleben. Zudem werden ein Kinderspielplatz und ein Amphitheater mit Blick auf den Park in die Topographie integriert. Auf der Flussseite verläuft eine große Promenade auf den Anlagen des  Hochwasserschutzes, die diese verbirgt und gleichzeitig neue Ausblicke auf das Ufer ermöglicht. Der mal weite, mal enge Raum ist naturbelassen und ermöglicht weite Grünflächen.

Ein großer zentraler Platz verbindet die angrenzenden Quartiere mit dem Fluss. Hier befinden sich eine Markthalle und Räume für Konzerte. Auf der weiten Rasenfläche davor können Open Air-Veranstaltungen stattfinden und die Besucher mit Panorama-Blick auf die gegenüberliegende Flussseite musikalisch untermalte Sonnenuntergänge genießen.

NANTES / Loire-Ufer – Petite Hollande

NANTES / Loire-Ufer - Petite Hollande

Das Verfüllen der Seitenarme der Loire hat dazu beigetragen, den Fluss aus dem Stadtzentrum verschwinden zu lassen. Doch die Spuren der ehemaligen Wasserflächen sowie ihre Dimension sind im Stadtraum noch heute spürbar. Unser Projekt will den Kontakt zwischen Stadt und Fluss neu beleben und den Einfluss und den Charakter der Loire wieder in den Fokus rücken und so die Rückeroberung des Flussraums mittels neuer Nutzungen, der Sinne und der Landschaft in Gang bringen.

Ein Strategieplan zeigt den Reichtum der verschiedenen Facetten der Loire, die sich in Nantes zeigen:

Zum einen die kultivierte und bewirtschaftete Loire, wie sie sich in den flussaufwärts liegenden ländlich geprägten Gebieten zeigt. An ihr inspiriert sich die Gestaltung der ehemaligen Uferkante der Gloriette-Insel, eines heute stillgelegten Flussarms.

Flussabwärts dagegen befindet sich die Loire der Häfen, der Binnenschifffahrt und der Küste, die von der Flussmündung geprägt ist. Hier werden maritime Gärten vorgeschlagen, die, als Reminiszenz an die Hangars und Lagerhallen früherer Epochen, von Pavillons und kleinen Architekturen begleitet werden. Diese wiederum sind, wie in einem Spiegel, an entsprechende Installation auf dem Wasser gekoppelt.

Wo diese beiden Landschaftsräume zusammenfließen, übernehmen zwei großstädtische öffentliche Räume die Aussöhnung zwischen Nantes und seinem Fluss: La Petite Holland ist ein großer, städtischer und von Grün geprägter Platz an dem  sich Stadt und Fluss zu einer großen Landzunge verbinden. Die Cale St. Felix wir zum Sport- und Festplatz, der den neuen südlichen Stadteingang markiert.

LE VESINET / Ökoquartier Parc Princesse

Ökoquartier Parc Princesse  (455 Wohnungen, 600m² Handelsflächen, ein Altersheim)

Der Parc Princesse ist die letzte Bodenreserve der Stadt Le Vesinet, die hier unter ökologischen Aspekten ein neues Wohnquartier sowie öffentliche Einrichtungen entwickeln will. Auf dem Gelände befindet sich das 1875 eingeweihte Hôpital du Vésinet (einem ehemaligen kaiserliche Asyl für kranke Arbeiterinnen): ein imposanter, teils unter Denkmalschutz stehender Bau und zentrales Element des zukünftigen Quartiers. Das im Herzen der Stadt gelegene Grundstück ist praktisch komplett bewaldet und damit selbst in Le Vesinet, das vom Grafen von Choulot seit der Mitte des 19. Jh. als „Stadt im Park“ geplant und entwickelt wurde, eine Besonderheit.
Das Ökoquartier soll städtebaulich und typologisch sensibel in diese Parklandschaft implantiert werden und sie verdichten, ohne dabei die vesinesische Tradition des Wohnens im Grünen zu beeinträchtigen. Dazu wurden qualitätvolle, alternative Modelle entwickelt, die zwischen den großen Wohnsitzen des 19. Jahrhunderts und den neuen Wohngebäuden vermitteln. Deren Erdgeschosszonen wurden offen und durchlässig geplant, während die bewohnten Ober- und Dachgeschosse bewusste Blickachsen und Ausschnitte in die umgebende Landschaft anbieten.

Um die landschaftliche Umgebung möglichst intakt zu halten, wurden die bemerkenswerten alten Baumbestände so weit wie möglich erhalten und bestehende Gehölze und natürliche Milieus aufgewertet. Gleichzeitig wurden die Gebäude vorrangig in bestehende Lichtungen mit wenig fruchtbarem Boden oder an die Standorte ehemaliger Gebäude gebaut.

Im Rahmen einer Bürgerbeteiligung wurde die Frage der Grenze zwischen öffentlichem und privaten Raum sowie einer möglichst störungsfreien Baustellenorganisation diskutiert. Aber letztendlich standen Umweltaspekte an erster Stelle, wenn es darum ging, die verschiedenen Parameter einer nachhaltigen Entwicklung systematisch und auf allen Ebenen des Projekts zu bewerten.

Heidelberg / Patton Barracks

Patton Barracks Heidelberg

Im Sommer 2015 hat die Stadt Heidelberg ein städtebauliches Planeratelier im Wettbewerb zur Zukunft der Patton Barracks veranstaltet. Auf dem 15 Hektar großen Gelände soll ein Innovations- und Produktionspark entstehen. Das Gewinnerprojekt von Hosoya Schaefer Architects wurde vertieft und in Koordination mit dem Freiraumkonzept von Agence Ter in einen städtischen Rahmenplan überführt. Dieser legt wichtige Eckwerte für die Entwicklung des Innovations- und Produktionspark Patton Barracks fest und sichert eine hohe städtebauliche, gestalterische und freiräumliche Qualität. Hierbei wurde der Umgang mit Bestandsbauten geklärt, eine mögliche städtebauliche und freiräumliche Identität illustriert, bereits bekannte Nutzungen verortet und Hypothesen zu möglichen Nutzungen gezeigt. So wird die qualitätsvolle Entwicklung der Konversionsfläche langfristig gesichert.

Die Patton Barracks erhalten mit dem vorliegenden Konzept eine Vielzahl von Freiflächen mit spezifischen Qualitäten und Atmosphären. Dies wird dem Anspruch an ein hochwertiges und attraktives Gewerbegebiet gerecht

Die Landschaftsachse ist das zentrales Bindeglied zwischen den zwei Hälften des Gewerbeparks und Rückgrat der Nord-Süd-Vernetzung von Kirchheim Mitte und Innenstadt. Das bisher durch die Kasernenmauern abgesicherte und unzugängliche Gelände öffnet sich nun als grüne Wege- und Vegetationsachse für Anwohner und dort Arbeitende.

An der Schwelle zur Innenstadt weitet sich der Raum zur breiten, leicht geneigten Grünfläche und ermöglicht die direkte Anbindung an den bereits bestehenden Fahrradschnellweg zur Bahnstadt und Süd- bzw. Weststadt.

Vorrang auf der Landschaftsachse haben im Süden der Fahrrad- und Busverkehr sowie die Anbindung der sich dort befindlichen Sportvereine. Im Gewerbepark selbst werden die einzelnen Verkehre getrennt weiter nach Norden geführt. So entsteht dort erstmals eine eigenständige und schnelle Nord-Süd-Verbindung für den nicht motorisierten Individualverkehr.

Die historische Maulbeerbaumallee entlang der Axialverbindung zum Schwetzinger Schloss wird in Teilen durch Neupflanzung der Bäume wieder sichtbar und rahmt die große Grünfläche am Bahndamm.

HAMBURG / Elbinselquartier

Leben in der Flusslandschaft

Die Elbinsel Wilhelmsburg, umflossen von der Norder- und Süderelbe, ist Teil des Ästuars der Elbmündung. Sie ist geprägt von Hafenanlagen, Infrastrukturachsen und etwas Landwirtschaft. Innerhalb dieses ökologischen und infrastrukturellen Biotops hat sich ein Mosaik landschaftlicher Nischen entwickelt. Diese Fragmente werden mit der Landschaft zu einer Stadt der Gärten verwoben; nicht mehr Vorort von Hamburg, sondern Lebensqualität vor Ort! Die Landschaft wird zur Leitdisziplin – sie integriert die bestehenden grünen Nischen, greift in die Stadtstruktur hinein und ermöglicht lokale Gartenidyllen im stadtlandschaftlichen Rahmen.

Das neue Quartier knüpft an die bestehenden Viertel an und schließt den Kreis um die Wilhelmsburger Mitte. Wo beide Strukturen aufeinandertreffen, entsteht am Aßmannkanal – entlang der von Süden kommenden Landschaftsachse – ein neuer Park mit Quartierszentrum. Dadurch erhält Wilhelmsburg eine klare polyzentrische Siedlungsstruktur. Der Quartiersplatz weist eine besondere landschaftliche Qualität auf und öffnet sich zu Park und Kanal.Für Fußgänger und Radfahrer wird eine neue Brückenverbindunge geschaffen, die direkt ins neue Quartier führt. Im Norden bindet auch die bauliche Struktur an die Blockränder des Reiherstiegviertels an, nach Süden löst sich diese zunehmend auf und geht in das hafenartige Gewerbequartier über. Wichtig ist im Süden die Anbindung an die Landschaftsachse, die sich nach Norden zieht und sich zum Park am Aßmannkanal aufweitet.

LUXEMBURG / Parc Belval Süd

LUXEMBURG / Parc Belval Süd

 

Der Park Belval Süd liegt an zentraler Stelle im Entwicklungsgebiet Belval, einem ehemaligen Standort der Stahlindustrie und verbindet die zukünftigen Quartiere von Belval. Zusammen mit der Landschafts- und Wassertreppe und dem Plateau St. Esprit entsteht ein weitläufiges Freiraumsystem, das unterschiedliche Nutzungen erlaubt und somit auf die verschiedenen Bedürfnisse der Anwohner reagiert. Basis des Konzepts ist die Überlagerung der anthropomorphen, historischen Gestalt und einer klaren, räumlichen Neuordnung und Ergänzung zu einem hochwertigen Stadtpark. Dabei erfordert die vorgefundene geologische Situation ein neues Konzept für die Entwässerung der Fläche. Das „Sichtbar Machen“ des Regenwassers rückt dessen Bedeutung ins Bewusstsein der Parkbesucher. Die Topographie als wesentliches Landschaftselement wird inszeniert indem Blickbeziehungen zwischen oben und unten, Grün und Stadt, Nähe und Distanz geschaffen werden. Der Park selbst gliedert sich in verschiedene Gärten, die alle über Alleen, Baumreihen und Wege miteinander verbunden sind, sich aber dennoch durch unterschiedliche Inhalte definieren und ihre Eigenständigkeit bewahren.

SOISSONS / Die Ufer der Aisne

SOISSONS / Die Ufer der Aisne

Vor der Beauftragung von Agence Ter führte das Untersuchungsgebiet ein Schattendasein. Der Fluss Aisne wirkte wie der Hinterhof der Stadt, die ihrerseits nur wenig Bezug zum Wasser hatte. Der Uferbereich im Stadtzentrum war ungepflegt und bestand im Wesentlichen aus Rasenflächen ohne große Biodiversität. Auch durchgängige Fußgängerwege am rechten Flussufer fehlten .

Mit folgende Maßnahmen soll Soissons wieder attraktiv gemachen werden:

– Fluss und Stadt miteinander verknüfen und in Einklang bringen

-historische Bezüge wiederherstellen

-Natur in die Stadt bringen

Die Gestaltung sieht dabei drei große geografische Abschnitte vor, die sich gegenseitig ergänzen: im Norden der „Erholungsraum Aisne“, „das städtische Wohnzimmer“ im Herzen der Altstadt und schließlich die Ökosiedlung „Wohnen an der Aisne“.

UCKANGE/Landschaftspark Hochofen U4

Landschaftspark Hochofen U4

Zwischen Metz und Luxemburg, im Zentrum einer von Schwerindustrie und dem Abbau von Bodenschätzen geprägten Region, liegt der Hochofen U4 von Uckange, der Ende der 90er Jahre stillgelegt wurde. Heute überragt er eine 14 ha große, weitläufige Industriebrache mit vereinzelten Nebengebäuden.
Um neue Zukunftsperspektiven für den Standort zu entwickeln, will die staatliche französische Entwicklungsgesellschaft EPFL die Flächen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ziel ist eine vollständige Umwidmung des Standorts durch die Ansiedlung neuer Einrichtungen und Funktionen. Bereits bestehende Projekte wie der 2006 realisierte „Garten der Spuren“, die Ausstellungen des Vereins Mecilor oder auch die Lichtinstallation „Tous les soleils“ werden somit fortgeschrieben.

Der von Agence Ter entwickelte Raumleitplan sieht eine Parzellierung des gesamten Parks in 7x35m große Einheiten vor, die die künftigen Nutzungen aufnehmen sollen und zwar ungeachtet der Art der späteren Nutzung (Bebauung, Parkplätze, Gärten, die durch ihre Bepflanzung zur Boden-und Grundwassersanierung beitragen, spätere Bauflächen, etc).
Die durch 500 Grenzsteine markierten Parzellen werden von einem „Traverse“ genannten, zentralen Erschließungsweg durchquert. Er ist das Rückgrat des gesamten Gebiets: An ihm entlang werden sowohl die noch bestehenden industriellen Relikte in Szene gesetzt (Erhalt alter Fassaden und Schienen, Nutzung vorhandener Materialien) als auch das Potential eines Standortes aufgezeigt, dessen zukünftige Nutzung zum heutigen Zeitpunkt nur bedingt voraussehbar ist und deshalb flexibel auf eine ständige Weiterentwicklung reagieren können muss.

BARCELONA / Plaça de les Glories „CANOPIA URBANA“

BARCELONA/ PLAÇA DE LES GLORIES

Das Projekt Canopia Urbana schafft ein neues städtisches Ökosystem, einen Hybrid aus Stadt und Natur. Dabei werden synergetische Beziehungen zwischen Untergrund, städtischem Boden und oberirdischen Stadtschichten weiterentwickelt und ein Stadtraum vorgeschlagen, bei dem sich Funktionen von Stadt und Park mischen. Vier Hauptthemen setzen diese Strategie um:
1- Schaffen einer durchgehenden Bodenfläche, die sich ohne Brüche bis in die angrenzenden Quartiere fortsetzt und sich wie eine eingeschobene, horizontale Plattform aufspannt, die eine maximaler Vielseitigkeit zulässt.
2- Wiederherstellen des natürlichen Austausches zwischen Himmel und Erde durch Entmineralisierung und Fruchtbarmachung der Oberfläche. Dies ist die Grundvoraussetzung für das Entstehen eines biologisch vielfältigen Orts, der als regulative Kraft auch klimatisch zu wirken kann.
3- Das grüne Laubdach, das die gebauten Volumen des angrenzenden Stadtteils Cerdà aufnimmt und als ökologische und städtische Verbindung dient.
4-Einführung von Knotenpunkten, die den Stadtraum akzentuieren, die Biodiversität verstärken und fördern, die Verbindung zum Laubdach begünstigen oder spezifische Nutzungen beinhalten.

RABAT / Das Landgut Dar Essalam

RABAT / Landgut de Dar Essalam

Um das vorhandene landwirtschaftliche Know-How aufzuwerten und zu bewahren, bleibt im Zentrum des öffentlichen Parks des Landguts Dar Essalam eine ca. 4 ha große Fläche als bewirtschaftete Obstplantage erhalten. Auch der restliche Park integriert bestehende Elemente so weit wie möglich in die Neugestaltung,  so z.B. die als Windschutz dienenden Baumreihen sowie die  Mandarinen- und Avocadobäume. Daneben bereichern neue Naturräume und Nutzungen thematisch und atmosphärisch den Garten und schaffen eine größere Artenvielfalt.

Hochwachsende Bäume entlang der Straße  in Dammlage bilden die oberste Schicht der Landschaft. Das weithin sichtbare Blätterdach erzeugt einen neuen Horizont und räumliche Tiefe im Park. Die Vielfalt der Pflanzen lässt eine üppige und einzigartige Atmosphäre entstehen. Ein grüner Saum an den Rändern des Parks schafft Distanz zu den Fassaden der angrenzenden  Gebäude. In dieser kühlen und schattigen Zone aus Bäumen und Büschen befinden sich ein Jogging-Parcours mit Fitnessstationen sowie eine bepflanzte Mulde zur Sammlung von Wasser.

Von einem über den Obstgarten führenden Holzsteg aus, kann man den Blick über die alte Plantage genießen, während blühende Pflanzbänder den Fußgänger auf seinem Weg durch den Park begleiten. So entstehen aus den  Atmosphären und Landschaftsräumen der Vergangenheit zukunftsweisende Stimmungen und Nutzungen.