Der französische Pavillon auf der Weltausstellung in Shanghai 2010 wurde von über 10 Millionen Besuchern besichtigt. Drei Elemente gaben dem Bau seine konzeptionelle Konsequenz sowie seine Originalität: das Betonnetz, die ausdrucksstarke äußere Hülle des Pavillons; der Garten, der sich über das Dach erstreckt und die innere Fassade des Gebäudes bestimmt; der Innenhof mit einem Wasserspiegel als Reflexionsfläche für das Spiel der begrünten Fassadenbänder.

Das Gebäude wird um ein Patio organisiert. Aus diesem lässt sich die Schichtung der Fassade und die innenliegende Ausstellung erahnen. Die schmalen bewachsenen Streifen filtern den Lichteinfall und wirken so atmosphärisch in das Gebäude hinein. Die an Stickmuster angelehnten grünen Bänder erhalten durch ihre Ausformulierung als getrimmte Heckenbepflanzung ihr grafisches Erscheinungsbild. Durch den Abstand der Streifen zur thermischen Hülle des Baus wird eine Zweiseitigkeit aufgebaut, welche von innen wie außen unterschiedliche Anmutungen verleiht. Die äußere Seite zeichnet sich durch Nüchternheit und Homogenität aus, während die innere Seite von einer höheren Diversität in ihrer Bepflanzung geprägt ist. Farben, Gerüche und Haptik werden so mannigfaltig und ergänzen das Thema der Ausstellung „Die Fünf Sinne“.

Die Fassadenbänder, welche sich über die obere Gebäudekannte hinaus auf die Dachflächen falten, strukturieren in ihrem Zusammenspiel mit dem Bambusboden den Dachgarten des Pavillons. Das Muster der vertikalen Fassade findet sich auf diese Weise in der Horizontalen des Daches wieder, so dass der Eindruck eines drapierten Vorhangs entsteht.

  • Programm / Projekt:  SHANGHAI / Französischer Pavillon
  • Abnehmer: COFRES SAS
  • Auftragnehmer: Jacques Ferrier Architectures (Federführend), Agence Ter + JM Weill
  • Fläche: 6 000 m²
  • Zeitraum: 2008-2010
  • Ort: Shanghai, China
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SHANGHAI / Französischer Pavillon