Die Zunahme von Kommunalverbänden und die Dezentralisierung öffentlicher Einrichtungen in städtische Randbereiche hatte eine zunehmende Verstädterung zur Folge, die wiederum kaum definierte Schnittstellen zwischen Stadt und „Nicht-mehr-Stadt“ mit sich brachte. Die Ränder von Siedlungen und Städten sind in der Regel Räume, die sich ständig verändern und Orte, an denen sich städtisches Wachstum rasant entwickelt. Für die Bewohner entsteht durch die schnelle Veränderung häufig das Gefühl, ihr Lebensraum werde zerstört: Sie werden durch den Verlust von Bezugspunkten destabilisiert. Doch diese Bereiche sind gleichzeitig Orte, an denen sich die Natur zeigt, sich durch ihre Ränder und Horizonte zur Schau stellt.

Aus der Vielfalt der natürlichen Elemente im Kommunalverband Bordeaux ergeben sich viele solcher Schnittstellen. Diese Räume erzeugen Randbereiche, die man auch als „Kanten“ definieren kann und die sich in Abhängigkeit von den natürlichen und städtischen Elementen bilden, aus denen sie sich zusammensetzen. Sie bilden keine Linie, sondern eine Schicht, vergleichbar mit den Saumbiotopen zwischen zwei Ökosystemen. Zudem sind sie nicht homogen und können, je nachdem, wo sie sich befinden die unterschiedlichsten Formen annehmen. Sie bilden das lebendige Gerüst des Kommunalverbands Bordeaux

Wir unterscheiden vier wesentliche Arten von „Kanten“: den Waldsaum, die Wasserkante, die Ränder landwirtschaftlicher Flächen, Ränder von Parks und Infrastruktur. Die Kanten sind das Konzentrat der Herausforderungen von morgen. Sie sind insbesonder interessant für städtebauliche Projekte , die innovatives städtebauliches Denken in Verbindung mit der Natur fördern.

  • Programm / Projekt:  BORDEAUX / 55 000 ha für die Natur
  • Abnehmer: Kommunalverband Bordeaux
  • Auftragnehmer: Agenceter (federführend) + Franck Boutte Consultants + Res Publica + Attitudes Urbaines + Rivière Environnement + BRL + Flint Architectes
  • Fläche: 55 000 ha
  • Zeitraum: 2013-2014
  • Ort: Communauté Urbaine de Bordeaux, France
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BORDEAUX / 55 000 ha für die Natur